Das Prinzip Monopol – Warum scheitert die GEMA an YouTube?
08.06.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

Und schon wieder zeigt der Screen „Dieses Video ist in Deinem Land leider nicht verfügbar“. Was viele Nutzer der Videoplattform YouTube in Deutschland auf den Geist geht, ist nicht das Produkt der Plattenfirmen, sondern eine Ursache des langen Konfliktes zwischen GEMA und dem Videoanbieter YouTube.

Die GEMA

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte nimmt die Rechte der Urheber bezüglich der öffentlichen Wiedergabe ihrer Kompositionen wahr. Da häufig verwechselt, sei hier erwähnt, dass der Urheber nicht auch immer Künstler des Songs ist. Besonders in der Popmusik sind häufig die Urheber von Songs nicht auch die Künstler, die sie einsingen und performen. Das die Komponisten trotzdem gut Leben können ist der GEMA zu verdanken:   Sie trägt dafür Sorge, dass die Urheber vergütet werden, wenn die Musik im Radio, TV, Diskothek oder im Internet abgespielt wird. Da dieses Unterfangen aufwendig ist, hat der Staat sich dazu entschlossen eine Art Behörde dafür zu kreieren, welche in privater Hand geführt wird. Die GEMA ist somit ein vom Staat geduldetes Kartell und nimmt die Rechte fast aller Urheber in Deutschland war.

Hintergrund des Konflikts

Der Knackpunkt im Konflikt zwischen GEMA und YouTube liegt  in der Vereinbarung einer angemessenen Vergütung von YouTube für die Urheber pro Play eines Videos. Während YouTube in den USA Einigungen mit den Musiklabels sowie den Verwertungsgesellschaften gefunden hat, scheitern in Deutschland die Gespräche mit der GEMA.

Das Kernproblem – beide Parteien sind nicht perfekt.

Als Monopolist ist die GEMA dazu verpflichtet einheitliche Tarife für ihre Mitglieder festzulegen. Interimsverträge können zwar zulässig sein, jedoch muss das ultimative Ziel der GEMA sein, offizielle Tarife fest zu legen. Mit einer günstigen Lizenz an den Marktführer YouTube, legt die GEMA auch den Preis für alle weiteren Video-Streaming Deals fest. Besonders in Anbetracht Ihrer Verantwortung gegenüber den vielen Urhebern hat die GEMA Sorge, mit einem zu niedrigen Preis ihre Mitglieder langfristig zu verprellen. Denn ein einmal eingeführtes Preissystem lässt sich nicht so leicht zurück schrauben. Anders als in der Wirtschaft – und dies darf als Nachteil erachtet werden –  wird bei der GEMA Konsum nicht belohnt, es gibt keine Rabatte, keine Staffelpreise. Dies macht das Preissystem äußerst inflexibel um einen großen Player wie YouTube mit den vielen kleinen Anbietern unter einem Preis pro Play zusammenzufassen.

YouTube auf der anderen Seite ist ein Gigant, dessen Größe und dessen Seitenaufbau eine volle Werbeauslastung  kaum möglich macht. Dadurch, dass Professioneller und User Generated Content kaum getrennt sind, verlieren die Werbeumfelder von YouTube an Wertigkeit für Werbetreibende. Man möchte nicht im Umfeld privater Urlaubsvideos werben. Dazu kommt die Fülle von privatem Videos, welche mit Musik unterlegt sind. Auch sie sind Tarifpflichtig und müssten von YouTube vermarkten werden. Aufgrund der momentan Werbeauslastung auf YouTube und der Fülle von lizenzpflichten Videos, argumentiert YouTube verständlicherweise auf eine niedrige – situationsgerechte – per Play Rate.

Wie geht es weiter?

Anscheinend sind die Gespräche zwischen GEMA und YouTube ins Stocken geraten. Man darf annehmen, dass die GEMA wahrscheinlich erst Mal  kleinere Videoanbieter lizenziert, um somit mehr Einblick in die Geschäftsmodelle und die möglichen Preisstrukturen zu bekommen. Letztendlich möchte die GEMA keinen Preis von einem Mega-Anbieter diktiert bekommen, wenn dieser eventuell gar nicht in der Lage ist, den Content sinnvoll zu vermarkten. Für Konsumenten als  auch für Künstler, die sich promoten wollen, ist diese Situation sehr ärgerlich. Man kann daher nur hoffen, dass YouTube, eventuell auch mit seinem Musikvideo-Ableger Vevo, bald eine Einigung mit der GEMA erzielen wird.

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Socialnomics: Social Media Revolution
08.04.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

Folgendes Video gibt einen spannenden Einblick in die Entwicklung des Internets, Mobile-Internet und Social Media.

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Google steigt in den Musikmarkt ein –
Und hat gute Karten.

07.27.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

Google macht sein einigen Tagen Furore um einen möglichen Launch eines neuen Google Music Dienstes. Noch ist wenig bekannt, außer das es sich um einen Service handeln soll, der sowohl auf Googles Android als auch im Netz stattfinden soll. Das lässt Raum zum spekulieren.

Googles Eintritt in den Musikmarkt belegt, wie wichtig Musik für Technologie und Internet Unternehmen ist. Während in den Augen der Verbraucher, dass mittlerweile immer mehr digitalisierte Gut Musik vermeintlich an Wert verliert, stürzen sich die größten Technologie und Internetfirmen wie iTunes, Amazon und Google in den Markt hinein. Der Hintergrund ist, dass Musik heutzutage relevanter ist als jemals zuvor.  Gemäß der GfK hören deutsche Bundesbürger mittlerweile im Schnitt über 30 Minuten Musik am Tag. Rund 3 mal so viel wie in den 80er Jahren, als der Schnitt bei rund 8 Minuten lag. Ein riesiges Marktpotential, wenn man das richtige Geschäftsmodell findet. Und eine ungeheure Kundenbindungsmöglichkeit, wie am Beispiel Apple deutlich wird.  Apple profitierte von seinem  iTunes Store, vor allem durch die Bindung der Kunden an die geschlossene Technologie und den dadurch ermöglichten Upsell. Die Belohnung für den Kunden waren dafür günstige 99 Cent pro Song und jede Menge neuer Unterhaltungselektronikprodukte rund um den iTunes Store. Den Erfolg den Apple hat, macht den Marktführer jedoch auch langsam. Seit langem wird über die Einführung eines Streaming-Services für iTunes spekuliert. Diesen hält Apple jedoch scheinbar zurück. Der Grund könnte sein, dass Apple den Service nur in Verbindung eines Cloud-Computing Services etablieren möchte um ein erneutes Mal den Hype um Musik auf eigene erweiterte Produkte auszunutzen. Nun will Google zum Gegenangriff ausholen. Und hat dazu gute Karten:

  • Android: Androids Chefentwickler, Andy Rubin, soll  im kreativen Prozess der Kreation des Musikservices involviert sein. Jedoch wird der Service voraussichtlich Geräte-unabhängig funktionieren und auf ein Cloud-System zugreifen.


  • Google Search: Rund 2 der Top 10 Suchanfragen in den USA sind musik-bezogen, heißt es in einem offiziellen Google Blog, Zurzeit lenkt Google in den USA die Anfragen über eine neue Musiksuchfunktion auf Portale wie Myspace, iLike, Lala, Pandora, Rhapsody oder imeem. Stattdessen könnte Google hier einen eigenen Service stark platzieren.

  • YouTube: YouTube dürfte durch hohe Streamingkosten und Werbeeinnahmen unter Kostendeckung Googles Sorgenkind sein. Aber  YouTube steht unangefochten an der Marktspitze des Videostreamingmarktes. Auf den millionenfach geschauten Musikvideoclips könnte YouTube prominent einen neuen Service von Google einbinden und so neue Bezahlströme generieren.

  • Verbindet Google diese Plattformen geschickt miteinander, könnte Google schnelle eine große Kundschaft aufbauen und über einen Musikdienst an seine Portale und Dienstleistungen binden.

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    Der Wechsel vom klassischen Tonträgergeschäft hin zu Streaming-Angeboten: Ein Brechen mit alten, fest gelernten Paradigmen
    07.15.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

    1. Paradigma: Das Produkt muss anfassbar sein

    Bisher wurde Musik als Ware verkauft. Je physischer, je besser. Und wenn Digital, dann gestückelt in Portionen, fast so, als könne man sie greifen. Das Paradigma dahinter: Musik ist ein Produkt. Und Konsumenten möchten dieses Produkt besitzen und vor allem es anfassen. Reine Streaming-Services gehen von einem Paragdigmenwechsel aus. Das Geschäftsmodell verabschiedet sich vom Produkt Musik und vermarktet ein nicht anfassbaren Service. Konsumenten zahlen generell für den Zugang zur Musik ohne sie wirklich zu besitzen, den man bekommt die Musik immer wieder nur als Stream ausgeliefert. Die Vorteile für den Konsumenten sind, dass er weder Festplattenspeicherplatz benötigt, noch seine Musik verwalten muss.  Zudem ist sein Katalog immer „Up to date“.  Hinter diesem Wandel liegt auch ein Paradigmenwechsel in der Psyche des Konsumenten, welchen man schon heute sehen kann. War der Konsument in den 90er Jahren noch stark haptisch geprägt, sind die Generationen von heute und morgen viel stärker visuell geprägt. Der visuelle besitzt erlangt einen höheren Stellenwert und kann den Konsumenten von morgen wahrscheinlich mehr befriedigen als die Generationen von heute, welche es schätzen, wenn sie eine CD oder eine Vinyl in der Hand halten.

    2. Paradigma: Konsumenten möchten besitzen

    Wie schon im ersten Paradigma beschrieben, wurde bisher Musik als Produkt verkauft. Dies bedeutet auch, dass Konsumenten Besitzer sind. Auch hier ist davon auszugehen, dass ein gewaltiger Paradigmenwechsel der Konsumenten in den nächsten zehn Jahren stattfinden wird. Die momentanen Trends und Entwicklungen deuten darauf hin, dass wir in Zukunft immer weniger Dateien und Programme auf dem eigenen Endgerät haben und immer mehr extern in einer „Cloud“ verwalten, also einen externen Server. Auch für diesen Trend ist ein Paradigmenwechsel nötig, welcher höchstwahrscheinlich auch stattfinden wird. Daten und Programme besitzen ist nicht so wichtig, wie den Zugriff auf Sie zu haben. Genau dieser Paradigmenwechsel wird die Vorteile von Cloudcomputing und Musikstreaming Services in den Fordergrund stellen: Warum einmal ein teures Programm kaufen, wenn man über ein monatliches Abo immer die neuste Version von einem Cloud-Zugang starten kann? Und warum Musik besitzen, wenn man von überall auf der Welt aus sie zugreifen kann. Und das von unterschiedlichen Endgeräten? Steht die Technik dahinter erstmal, dürfte dieser Paradigmenwechsel recht schnell gehen. Der Vorteil liegt dann auch darin, dass die Endgeräte kleiner, leichter und günstiger werden, da man auf virtuelle Speicher und eventuell sogar Rechenleistung  zugreifen kann. Mit dem Endgerät werden dafür jedoch monatliche Abos vermarktet. Von der Musik bis zu Programmen.  Allen Gerüchten nach baut Apple gerade insgeheim den größten Serverpark der Welt auf. Man darf gespannt sein…

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    Vision einer Zukunft
    07.15.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

    Wie sieht die Musikbranche der Zukunft aus? Dies dürfte wohl die wichtigste und am häufigsten gestellte Frage unserer Branche sein. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Hoffnungen in Streaming-Services liegen. Daher mal eine kurze Zusammenfassung wie der bekannteste Service Spotify aussieht, und was er Kunden als auch der Industrie bietet.

    Was ist Spotify:

    Spotify ist ein kleiner Client, den man sich auf dem Computer oder dem iPhone installieren kann. Hat man das Programm installiert, kann man über die schlicht gehaltene Suchmaske schnell Musik suchen und sofort streamen. Es ist vom Aufbau ähnlich wie iTunes mit dem entscheidenden Vorteil, dass man Musik nicht mehr kaufen und dann selber verwalten muss, sondern der Shop die eigene Libary wird.  Runterladen kann man die Musik nicht. Brauch man jedoch auch nicht, wenn man die App auf dem iPhone hat und so die Musik auch mitnehmen kann. Das gute für den Konsumenten liegt hier in der Nutzung. Ist der kontinuierliche Zugriff auf den Service möglich, kann man sich die gesamte Musikverwaltung sparen. Warum die Festplatte mit Musik zu kleistern, wenn man sie per Klick schnell von Spotify abspielen kann?. Damit bekommt für Musikfans der Musikgenuß einen ganz neuen Stellenwert. Kein: „Ich finde die Platte nicht mehr.“ „ Habe ich noch nicht.“ „Kenne ich nicht.“  oder dergleichen gibt es nicht mehr. Einfach Namen eintippen und fertig. Das Tolle bei Spotify ist, dass der Service auf einem P2P-System basiert. Dies macht die Software ungemein schnell. Viel schneller, als alles was man bisher im Internet gesehen hat. Zudem ist es möglich sich mit seinem Account über Facebook zu vernetzen. Dies macht es möglich die Playlisten der Freunde zu durchstöbern und so neue Musik zu entdecken.

    Das Geschäftsmodell:

    Anders als im bisherigen Musikverkauf, kauft der Konsumente bei Spotify keine Musik. Er kauft sich vielmehr den Zugang zu dem Service. Dieser kostet voraussichtlich rund 10 Euro im Monat. Dieses Angebot dürfte nicht nur Musikfans begeistern, braucht man mit diesem Abo ja keine einzige Platte mehr kaufen und bekommt auf einen Schlag den Zugang zu aller Musik die es gibt, inklusive der Neuheiten! Für die Plattenindustrie ist dieses Modell natürlich komplett neu. Statt einen festen Betrag für den Verkauf zu bekommen, bekommen die Plattenfirmen und die Künstler jeweils nach ihrem Anteil an den gesamten Streams ihre Bezahlung. Jeder Stream hat somit einen Wert und dieser schwankt von mal zu mal. Das die Beträge sehr klein werden pro Stream liegt hierbei natürlich auf der Hand. Dies Gefahr, so viel weniger zu verdienen, ist eine Angst die sicherlich nicht unberechtigt ist. Rechnet man sich jedoch hoch, was der durchschnittliche Konsument über ein solches Abomodell ausgibt, stellt sich das ganze positiv dar.  Bei 10€/ Monat und 120€/Jahr läge die Ausgabe des Konsumenten weit über dem durchschnittlichen Musikbudget der Bürger. Dies bedeutet im klartext:_ Setzt sich der Service durch, kann die Musikbranche wieder ein wachsender und blühender Wirtschaftszweig werden, wie in den goldenen 90ern!

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