Beck’s erweitert Musik-Engagement
08.03.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

Die Bremer Brauerei strahlt seit dem dritten Mai auf MTV ein neues Sendung aus. Beck’s Most Wanted Musik zeigt die angesagtesten Videos von Rock bis Elektro. Und daneben vor allem eins: Die Marke Beck’s.

Man muss es den Bremern lassen, sie haben ein rundum geschlossenes und rundes Musik-Marketingpaket um Ihre Marke Beck’s formiert. Als größter Festivalsponsor ist die Bremer Brauerei bereits seit einigen Jahren intensiv bei den großen deutschen Festivals vertreten. Unter anderem bei Rock im Park, Hurricane und Highfield, neben weiteren Festivals. Neben einer auffallend musikgebrandeten Verpackung ist Beck’s nun auch noch mit einem eigenen Format auf MTV vertreten. Alle relevanten Kanäle von Event, POS, Internet und TV sind somit bedient.

Für Ihre Verpackungskooperation hat Beck’s eine Kooperation mit Musicstar.de geschlossen.  Zu jeder Flasche Beck’s erhält man einen gratis Musikdownload, vorausgesetzt man registriert sich bei Musicstar. Das Musicstar darauf abzielt, die Kunden in ein Musikabonnement (6 Monate Mindestlaufzeit) zu ziehen dürfte zweitrangig für Beck’s sein. Zwischen Absatz und Konversion dürfte ohnehin eine Welt liegen. Guthalten muss man, dass Beck’s mit Musicstar zumindest einen offiziell von der Musikbranche lizenzierten Anbieter gewählt hat. Dies hat man auch schon anderes gesehen. 2008 schlossen Chio Chips (Lorenz) und 2009 Duplo (Ferrero) jeweils ähnliche Promotions mit der Radiomitschneide Software Flatster. Die Firma, welche sich gesetzlich in einer Grauzone befindet, vermarktet eine Software, welche Online-Radiostreams automatisiert als Mp3’s aufzeichnet. Geschäftsmodell ist auch hier ein Abonnement.

Nun hat Beck’s sein Musik-Engagement mit einem eigenen MTV Format zur Kür gebracht. Seit dem dritten Mai läuft zwischen montags und samstags täglich das Format Beck’s Most Wanted Music auf MTV. Das Programm ist multimedial aufgesetzt und legt für die Programmauswahl die Userbewertungen auf dem gleichnamigen Online-Videoportal www.becksmostwantedmusic.mtv.de zugrunde.

Fraglich ist jedoch die prominente Einbindung der Marke Beck`s als Absender im laufenden Bildschirm über den Videoclips. Dies könnte durchaus zu Verstimmungen bei Verlagen, Künstlern und Plattenfirmen führen, da durch die direkte Verbindung von Künstler und Marke ein Imagetransfer stattfindet, welcher üblicherweise nur über die Einwilligung des Künstlers möglich ist. Dies ist auch der Hintergrund, warum MTV keine Werbung im Laufenden Screen des Programmes zeigt. Verlage und Plattenfirmen könnten hier anbringen, dass die Verknüpfung des Videos mit der Marke Beck’s eine Verlags-, sowie Werksänderung ist, welche lizenzpflichtig ist. Ein gewagtes Spiel von MTV über den Köpfen der Künstler hinweg. Beim Format Mixery Raw Deluxe ging es gut.

Quellen:

http://becksmostwantedmusic.mtv.de/?uma=544828

http://www.becks.de/presse/?cmd=PressReleases&pr=55

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Vision einer Zukunft
07.15.10 | Geschrieben von:Colin Kippenberg

Wie sieht die Musikbranche der Zukunft aus? Dies dürfte wohl die wichtigste und am häufigsten gestellte Frage unserer Branche sein. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Hoffnungen in Streaming-Services liegen. Daher mal eine kurze Zusammenfassung wie der bekannteste Service Spotify aussieht, und was er Kunden als auch der Industrie bietet.

Was ist Spotify:

Spotify ist ein kleiner Client, den man sich auf dem Computer oder dem iPhone installieren kann. Hat man das Programm installiert, kann man über die schlicht gehaltene Suchmaske schnell Musik suchen und sofort streamen. Es ist vom Aufbau ähnlich wie iTunes mit dem entscheidenden Vorteil, dass man Musik nicht mehr kaufen und dann selber verwalten muss, sondern der Shop die eigene Libary wird.  Runterladen kann man die Musik nicht. Brauch man jedoch auch nicht, wenn man die App auf dem iPhone hat und so die Musik auch mitnehmen kann. Das gute für den Konsumenten liegt hier in der Nutzung. Ist der kontinuierliche Zugriff auf den Service möglich, kann man sich die gesamte Musikverwaltung sparen. Warum die Festplatte mit Musik zu kleistern, wenn man sie per Klick schnell von Spotify abspielen kann?. Damit bekommt für Musikfans der Musikgenuß einen ganz neuen Stellenwert. Kein: „Ich finde die Platte nicht mehr.“ „ Habe ich noch nicht.“ „Kenne ich nicht.“  oder dergleichen gibt es nicht mehr. Einfach Namen eintippen und fertig. Das Tolle bei Spotify ist, dass der Service auf einem P2P-System basiert. Dies macht die Software ungemein schnell. Viel schneller, als alles was man bisher im Internet gesehen hat. Zudem ist es möglich sich mit seinem Account über Facebook zu vernetzen. Dies macht es möglich die Playlisten der Freunde zu durchstöbern und so neue Musik zu entdecken.

Das Geschäftsmodell:

Anders als im bisherigen Musikverkauf, kauft der Konsumente bei Spotify keine Musik. Er kauft sich vielmehr den Zugang zu dem Service. Dieser kostet voraussichtlich rund 10 Euro im Monat. Dieses Angebot dürfte nicht nur Musikfans begeistern, braucht man mit diesem Abo ja keine einzige Platte mehr kaufen und bekommt auf einen Schlag den Zugang zu aller Musik die es gibt, inklusive der Neuheiten! Für die Plattenindustrie ist dieses Modell natürlich komplett neu. Statt einen festen Betrag für den Verkauf zu bekommen, bekommen die Plattenfirmen und die Künstler jeweils nach ihrem Anteil an den gesamten Streams ihre Bezahlung. Jeder Stream hat somit einen Wert und dieser schwankt von mal zu mal. Das die Beträge sehr klein werden pro Stream liegt hierbei natürlich auf der Hand. Dies Gefahr, so viel weniger zu verdienen, ist eine Angst die sicherlich nicht unberechtigt ist. Rechnet man sich jedoch hoch, was der durchschnittliche Konsument über ein solches Abomodell ausgibt, stellt sich das ganze positiv dar.  Bei 10€/ Monat und 120€/Jahr läge die Ausgabe des Konsumenten weit über dem durchschnittlichen Musikbudget der Bürger. Dies bedeutet im klartext:_ Setzt sich der Service durch, kann die Musikbranche wieder ein wachsender und blühender Wirtschaftszweig werden, wie in den goldenen 90ern!

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