Vision einer Zukunft

in Musik & Marken, Startups & Unternehmen, Trends & Entwicklungen an Jul 15, 2010 | von:Colin Kippenberg

Wie sieht die Musikbranche der Zukunft aus? Dies dürfte wohl die wichtigste und am häufigsten gestellte Frage unserer Branche sein. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Hoffnungen in Streaming-Services liegen. Daher mal eine kurze Zusammenfassung wie der bekannteste Service Spotify aussieht, und was er Kunden als auch der Industrie bietet.

Was ist Spotify:

Spotify ist ein kleiner Client, den man sich auf dem Computer oder dem iPhone installieren kann. Hat man das Programm installiert, kann man über die schlicht gehaltene Suchmaske schnell Musik suchen und sofort streamen. Es ist vom Aufbau ähnlich wie iTunes mit dem entscheidenden Vorteil, dass man Musik nicht mehr kaufen und dann selber verwalten muss, sondern der Shop die eigene Libary wird.  Runterladen kann man die Musik nicht. Brauch man jedoch auch nicht, wenn man die App auf dem iPhone hat und so die Musik auch mitnehmen kann. Das gute für den Konsumenten liegt hier in der Nutzung. Ist der kontinuierliche Zugriff auf den Service möglich, kann man sich die gesamte Musikverwaltung sparen. Warum die Festplatte mit Musik zu kleistern, wenn man sie per Klick schnell von Spotify abspielen kann?. Damit bekommt für Musikfans der Musikgenuß einen ganz neuen Stellenwert. Kein: „Ich finde die Platte nicht mehr.“ „ Habe ich noch nicht.“ „Kenne ich nicht.“  oder dergleichen gibt es nicht mehr. Einfach Namen eintippen und fertig. Das Tolle bei Spotify ist, dass der Service auf einem P2P-System basiert. Dies macht die Software ungemein schnell. Viel schneller, als alles was man bisher im Internet gesehen hat. Zudem ist es möglich sich mit seinem Account über Facebook zu vernetzen. Dies macht es möglich die Playlisten der Freunde zu durchstöbern und so neue Musik zu entdecken.

Das Geschäftsmodell:

Anders als im bisherigen Musikverkauf, kauft der Konsumente bei Spotify keine Musik. Er kauft sich vielmehr den Zugang zu dem Service. Dieser kostet voraussichtlich rund 10 Euro im Monat. Dieses Angebot dürfte nicht nur Musikfans begeistern, braucht man mit diesem Abo ja keine einzige Platte mehr kaufen und bekommt auf einen Schlag den Zugang zu aller Musik die es gibt, inklusive der Neuheiten! Für die Plattenindustrie ist dieses Modell natürlich komplett neu. Statt einen festen Betrag für den Verkauf zu bekommen, bekommen die Plattenfirmen und die Künstler jeweils nach ihrem Anteil an den gesamten Streams ihre Bezahlung. Jeder Stream hat somit einen Wert und dieser schwankt von mal zu mal. Das die Beträge sehr klein werden pro Stream liegt hierbei natürlich auf der Hand. Dies Gefahr, so viel weniger zu verdienen, ist eine Angst die sicherlich nicht unberechtigt ist. Rechnet man sich jedoch hoch, was der durchschnittliche Konsument über ein solches Abomodell ausgibt, stellt sich das ganze positiv dar.  Bei 10€/ Monat und 120€/Jahr läge die Ausgabe des Konsumenten weit über dem durchschnittlichen Musikbudget der Bürger. Dies bedeutet im klartext:_ Setzt sich der Service durch, kann die Musikbranche wieder ein wachsender und blühender Wirtschaftszweig werden, wie in den goldenen 90ern!

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