Google steigt in den Musikmarkt ein –
Und hat gute Karten.

in Trends & Entwicklungen an Jul 27, 2010 | von:Colin Kippenberg

Google macht sein einigen Tagen Furore um einen möglichen Launch eines neuen Google Music Dienstes. Noch ist wenig bekannt, außer das es sich um einen Service handeln soll, der sowohl auf Googles Android als auch im Netz stattfinden soll. Das lässt Raum zum spekulieren.

Googles Eintritt in den Musikmarkt belegt, wie wichtig Musik für Technologie und Internet Unternehmen ist. Während in den Augen der Verbraucher, dass mittlerweile immer mehr digitalisierte Gut Musik vermeintlich an Wert verliert, stürzen sich die größten Technologie und Internetfirmen wie iTunes, Amazon und Google in den Markt hinein. Der Hintergrund ist, dass Musik heutzutage relevanter ist als jemals zuvor.  Gemäß der GfK hören deutsche Bundesbürger mittlerweile im Schnitt über 30 Minuten Musik am Tag. Rund 3 mal so viel wie in den 80er Jahren, als der Schnitt bei rund 8 Minuten lag. Ein riesiges Marktpotential, wenn man das richtige Geschäftsmodell findet. Und eine ungeheure Kundenbindungsmöglichkeit, wie am Beispiel Apple deutlich wird.  Apple profitierte von seinem  iTunes Store, vor allem durch die Bindung der Kunden an die geschlossene Technologie und den dadurch ermöglichten Upsell. Die Belohnung für den Kunden waren dafür günstige 99 Cent pro Song und jede Menge neuer Unterhaltungselektronikprodukte rund um den iTunes Store. Den Erfolg den Apple hat, macht den Marktführer jedoch auch langsam. Seit langem wird über die Einführung eines Streaming-Services für iTunes spekuliert. Diesen hält Apple jedoch scheinbar zurück. Der Grund könnte sein, dass Apple den Service nur in Verbindung eines Cloud-Computing Services etablieren möchte um ein erneutes Mal den Hype um Musik auf eigene erweiterte Produkte auszunutzen. Nun will Google zum Gegenangriff ausholen. Und hat dazu gute Karten:

  • Android: Androids Chefentwickler, Andy Rubin, soll  im kreativen Prozess der Kreation des Musikservices involviert sein. Jedoch wird der Service voraussichtlich Geräte-unabhängig funktionieren und auf ein Cloud-System zugreifen.


  • Google Search: Rund 2 der Top 10 Suchanfragen in den USA sind musik-bezogen, heißt es in einem offiziellen Google Blog, Zurzeit lenkt Google in den USA die Anfragen über eine neue Musiksuchfunktion auf Portale wie Myspace, iLike, Lala, Pandora, Rhapsody oder imeem. Stattdessen könnte Google hier einen eigenen Service stark platzieren.

  • YouTube: YouTube dürfte durch hohe Streamingkosten und Werbeeinnahmen unter Kostendeckung Googles Sorgenkind sein. Aber  YouTube steht unangefochten an der Marktspitze des Videostreamingmarktes. Auf den millionenfach geschauten Musikvideoclips könnte YouTube prominent einen neuen Service von Google einbinden und so neue Bezahlströme generieren.

  • Verbindet Google diese Plattformen geschickt miteinander, könnte Google schnelle eine große Kundschaft aufbauen und über einen Musikdienst an seine Portale und Dienstleistungen binden.

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