Der Wechsel vom klassischen Tonträgergeschäft hin zu Streaming-Angeboten: Ein Brechen mit alten, fest gelernten Paradigmen
1. Paradigma: Das Produkt muss anfassbar sein
Bisher wurde Musik als Ware verkauft. Je physischer, je besser. Und wenn Digital, dann gestückelt in Portionen, fast so, als könne man sie greifen. Das Paradigma dahinter: Musik ist ein Produkt. Und Konsumenten möchten dieses Produkt besitzen und vor allem es anfassen. Reine Streaming-Services gehen von einem Paragdigmenwechsel aus. Das Geschäftsmodell verabschiedet sich vom Produkt Musik und vermarktet ein nicht anfassbaren Service. Konsumenten zahlen generell für den Zugang zur Musik ohne sie wirklich zu besitzen, den man bekommt die Musik immer wieder nur als Stream ausgeliefert. Die Vorteile für den Konsumenten sind, dass er weder Festplattenspeicherplatz benötigt, noch seine Musik verwalten muss. Zudem ist sein Katalog immer „Up to date“. Hinter diesem Wandel liegt auch ein Paradigmenwechsel in der Psyche des Konsumenten, welchen man schon heute sehen kann. War der Konsument in den 90er Jahren noch stark haptisch geprägt, sind die Generationen von heute und morgen viel stärker visuell geprägt. Der visuelle besitzt erlangt einen höheren Stellenwert und kann den Konsumenten von morgen wahrscheinlich mehr befriedigen als die Generationen von heute, welche es schätzen, wenn sie eine CD oder eine Vinyl in der Hand halten.
2. Paradigma: Konsumenten möchten besitzen
Wie schon im ersten Paradigma beschrieben, wurde bisher Musik als Produkt verkauft. Dies bedeutet auch, dass Konsumenten Besitzer sind. Auch hier ist davon auszugehen, dass ein gewaltiger Paradigmenwechsel der Konsumenten in den nächsten zehn Jahren stattfinden wird. Die momentanen Trends und Entwicklungen deuten darauf hin, dass wir in Zukunft immer weniger Dateien und Programme auf dem eigenen Endgerät haben und immer mehr extern in einer „Cloud“ verwalten, also einen externen Server. Auch für diesen Trend ist ein Paradigmenwechsel nötig, welcher höchstwahrscheinlich auch stattfinden wird. Daten und Programme besitzen ist nicht so wichtig, wie den Zugriff auf Sie zu haben. Genau dieser Paradigmenwechsel wird die Vorteile von Cloudcomputing und Musikstreaming Services in den Fordergrund stellen: Warum einmal ein teures Programm kaufen, wenn man über ein monatliches Abo immer die neuste Version von einem Cloud-Zugang starten kann? Und warum Musik besitzen, wenn man von überall auf der Welt aus sie zugreifen kann. Und das von unterschiedlichen Endgeräten? Steht die Technik dahinter erstmal, dürfte dieser Paradigmenwechsel recht schnell gehen. Der Vorteil liegt dann auch darin, dass die Endgeräte kleiner, leichter und günstiger werden, da man auf virtuelle Speicher und eventuell sogar Rechenleistung zugreifen kann. Mit dem Endgerät werden dafür jedoch monatliche Abos vermarktet. Von der Musik bis zu Programmen. Allen Gerüchten nach baut Apple gerade insgeheim den größten Serverpark der Welt auf. Man darf gespannt sein…
